Wendi Scott: Die fürsorglichste Mutter der Station

Shownotes

  • Cristina wird zwischen 2003 und 2007 am Walter Reed Army Medical Center 72 Mal behandelt, dreimal fast zu Tode gebracht.

  • Ihre Mutter Wendi Scott entnimmt ihr mit Spritzen Blut und injiziert ihr intravenös Magnesium, ohne dass jemand Verdacht schöpft.

  • Der Nachweis scheitert nicht an fehlender Technik. Ein Standard-Bluttest hätte gereicht. Es fehlt die Frage, die niemand stellen will.

  • Dr. Arthur deLorimier ist der erste, der aus einem seltsamen Laborwert die richtige Schlussfolgerung zieht und den Kinderschutzdienst einschaltet.

  • Wendi Scott hatte zuvor über ein Jahr lang eine eigene Krebserkrankung vorgetäuscht. Das Muster verlagerte sich auf ihre Tochter, als Cristina geboren wurde.

  • Wenige Tage nach der Trennung von ihrer Mutter rennt Cristina die Krankenhausflure entlang und verhält sich wie ein völlig normales Kind.

Diese Folge eröffnet eine Dreifachfolge über Fälle, in denen Fürsorge als Tarnung dient. Im Mittelpunkt steht nicht das Gift allein, sondern der Rahmen aus Vertrauen und gesellschaftlichen Annahmen, der verhindert, die richtigen Fragen zu stellen. Nächste Woche: Insulin.

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00:00:04: Willkommen bei Tötliche Verbindungen, dem True Crime Podcast mit Dr.

00:00:09: Thimo Schühler.

00:00:12: Es ist Nachmittag Das Walter Reed Army Medical Center in Washington DC eine der bekanntesten Militärkrankenhäuser der Vereinigten Staaten.

00:00:21: sauber modern institutionell Gemahlte Bilder in den Fluren Uniformen hinter den Schreibtischen Eine Welt die funktioniert.

00:00:32: Christina Ist vier Jahre alt.

00:00:34: Sie liegt im Kinderbette inneren Medizin, plus erschöpft die kleine Hand in Schläuchen und Verbänden.

00:00:42: Sie ist so oft hier dass sie manche Schwester mit dem Vornamen kennt.

00:00:47: Dass sie eine Lieblingsecke im Spielzimmer hat und das die Ärzte-Vesite ihren Namen kennt bevor jemand auf die Akte schaut.

00:00:55: Neben ihr sitzt ihre Mutter immer!

00:01:00: Die Mutter schläft in einem unbequem Stuhl neben dem Bett wenn die Schicht wechselt.

00:01:04: Sie stellt Fragen Macht Notizen, bringt Spielzeug.

00:01:09: Sie weint manchmal still wenn sie denkt dass niemand schaut.

00:01:14: Aber sie ist kaum!

00:01:16: Sie geht kaum nach Hause.

00:01:18: Sie hält die Kleinhand ihrer Tochter wenn die Ärzte wie sie da vorbeikommt.

00:01:22: Die Schwestern sagen so eine hingebungsvolle Mutter.

00:01:27: was für ein Glück das dieses Kind so eine Mutter hat.

00:01:31: Fünfzig Ärzten in drei Jahren.

00:01:34: Zweiundsebzig medizinische Eingriffe Knochenmarkspunktionen, Bluttransfusionen, Biopsien.

00:01:42: Und niemand weiß was mit Christina nicht stimmt!

00:01:45: Ihr Blut fällt auf die Hälfte ihres Normalwerts.

00:01:48: Man transfundiert es zurück?

00:01:51: Es fällt wieder.

00:01:52: Niemand weiß

00:01:53: warum?!

00:01:54: Dann eines Tages im Frühsommer, zwei Tausend und sieben schaut Dr.

00:01:59: Arthur DeLoremeer auf einen Labor wert.

00:02:03: Ein Wert der zu hoch ist viel zu hoch Ein Wert, der bei einem gesunden Kind dieses Alters auf natürlichem Weg nicht entstehen kann.

00:02:12: Er hält inne.

00:02:14: Er schaut noch einmal auf die Mutter, die neben Christina sitzt – die ihre Hand hält und die Tränen in den Augen hat!

00:02:21: Und dann versteht er….

00:02:23: Die fürsorglichste Mutter auf der Station ist der Grund, warum dieses Kind stirbt.

00:02:31: In den letzten Folgen haben wir über Gifte gesprochen, die von außen kommen.

00:02:35: Schwermetalle auf einem Pausenbrot, ein Herzmedikament in einer Infusionspumpe.

00:02:39: Polonium im Teebecher und Rizin in einer Metallkugel kleiner als einen Stecknadlkopf.

00:02:46: Alle diese Täter hatten eines gemeinsam – man hätte sie theoretisch als Bedrohung denken können!

00:02:52: Heute sprechen wir über jemandem den niemand als Bedrogen dachte… an dem niemand denken konnte … über eine Mutter.

00:03:00: Diese Folge ist der Beginn einer Dreifachfolge Drei Fälle, drei verschiedene Substanzen.

00:03:06: Aber ein verbindendes Muster!

00:03:08: Ein Muster das einen Namen hat – Münchhausen bei Broxy.

00:03:12: Ein Begriff der eine Wirklichkeit beschreibt die Schwere zu fassen ist als jedes Gift dass wir bisher besprochen haben.

00:03:18: Die Chemie ist nicht irgendwie komplizierter aber der Schaden ist an einem Ort passiert wo man ihn am wenigsten gesucht hat.

00:03:32: bei tödlicher Verbindung.

00:03:35: Bevor wir in den Fall gehen, wie immer eine persönliche Anmerkung – ich habe in den letzten Folgen öfter erwähnt warum mir das Thema dieser Podcastreihe nicht egal ist.

00:03:43: Ärztefehler-Systemversagen Menschen die im Vertrauen auf Institutionen gestorben sind.

00:03:49: Diese Dreiverfolge ist ein bisschen anders.

00:03:52: Hier geht es um Vertrauen in der rohsten Form Das Vertrauen eines Kindes in seine Mutter Die erste und grundlegendste Verbindung, die ein Mensch jemals eingeht.

00:04:02: Ich werde in dieser Folge nicht aus meiner eigenen Geschichte erzählen.

00:04:05: Das wäre in diesem Fall völlig falsch platziert, aber ich sage wenn ihr euch fragt warum mich das Thema Fürsorge und Ihr Gegenteil so beschäftigt dann liegt ein Teil der Antwort hier.

00:04:15: Das ist tödlicher Verbindung.

00:04:17: fangen wir an!

00:04:19: Der Fall Wendy Michels Scott wird am dritten März.

00:04:25: Sie lernt Sean Scott in der High School kennen, sie heiraten und Sean tritt in die US-Armee ein.

00:04:37: Macht Karriere wird Major!

00:04:39: Die Familie zieht auf Fort Detrick – einen der wichtigsten Militärstützpunkte der USA bekannt als Heimat des biologischen Forschungsprogramms der Armee.

00:04:48: Das ist der Hintergrund eine normale amerikanische Militärefamilie.

00:04:52: Ein Mann, der seinen Dienst tut…und eine Frau, die zu Hause ist...und dann Ungefähr um das Jahr zwei Tausend und Zwei tut Wendy Scott etwas, dass niemand erwartet.

00:05:03: Sie erkrankt an Krebs.

00:05:07: Zumindest sagt sie das!

00:05:08: Sie reißiert sich den Kopf die Augenbrauen zupft sich die Bimpern aus bewegt sich mit Rollstuhl oder G-Wagen fort.

00:05:16: ihr Mann glaubt ihr der Pastor glaubt Ihr und ihre Freunde glauben ihr auch.

00:05:21: alle um sie herum sind überzeugt.

00:05:23: diese Frau kämpft um ihr Leben aber sie kämpf nicht um ihr leben.

00:05:28: Sie rasiert sich den Kopf selbst.

00:05:30: Die Wimpern zupft sie selbst aus, es gibt keine Diagnose und keine Behandlung.

00:05:37: Es gibt nur das Bild einer schwerkranken Frau die Aufmerksamkeit, die damit kommt.

00:05:43: Das geht ungefähr ein Jahr lang.

00:05:46: Dann hört es auf!

00:05:48: Ich möchte kurz inhalten denn dieser Moment dass Ende der eigenen kranken Spielung des eigenen Schauspiels ist in der Geschichte von Wendy Scott nicht das Ende.

00:05:58: Denn das ist der Beginn Als Christina, dass es in der Welt kommt, verlagert sich etwas.

00:06:05: Die ersten Monate laufen unauffällig.

00:06:08: Christina ist ein gesundes Baby und dann beginnt das Kind krank zu werden – immer wieder ohne klare Ursache mit Symptomen, die kommen und gehen, Durchfall erbrechen hohes Fieber, schneller Herzschlag, krank wenn sie Zuhause ist, krANK wenn ihre Mutter bei ihr ist!

00:06:26: Wendy Scott bringt Christina ins Walter Reed Army Medical Center.

00:06:30: Immer wieder, die Ärzte suchen und suchen – sie testen!

00:06:34: Sie vermuten eine Leukämie, machen Knochenmarkspunktion, nehmen Blut ab.

00:06:38: Fünfzig Ärzten in drei Jahren, zweiundsebzig Eingriffe….

00:06:42: Die Staatsanwaltschaft sagt später «Ohne den Leukemie verdacht hätte keiner dieser Eingriffe wahrscheinlich stattgefunden».

00:06:49: Und Wendy Scott ist immer dabei auf der Station im Stuhl neben dem Bett.

00:06:56: Die nie geht, was die Ärzte zu diesem Zeitpunkt nicht wissen.

00:07:00: Sie geht nicht weil sie die Quelle des Problems ist.

00:07:04: Sie entnimmt ihrer Tochter mit Spritzenblut.

00:07:07: Acht bis zehn Milliliter pro Entnahme.

00:07:11: Sie verabreicht ihr intravenös Magnesium!

00:07:15: Kein Arzt hat ihr das verschrieben?

00:07:17: Es gibt auch keinerlei medizinische Indikationen.

00:07:20: Sie ist alleine unbeobachtet wenn niemand schaut.

00:07:24: Drei Mal fällt Christina's Blutvolumen auf die Hälfte ihres Normalwerts.

00:07:28: Drei mal wird transfundiert!

00:07:30: Dr.

00:07:31: DeLoremyr sagt später vor Gericht mit einer Schlichtheit, die erschüttert Es hat sie dreimal fast getötet.

00:07:38: Der Moment der Aufdeckung kommt im Frühsommer, zwei Tausend und Sieben Ärzte stoßen auf Laborwerte, die nicht stimmen Magnesium-Spiegel Die bei einem gesunden Kind auf natürlichem Weg nicht entstehen können.

00:07:52: Lieutenant Colonel, Kinderarzt am Walter Reed zieht die Konsequenz.

00:07:57: Er benachrichtigt den Kinderschutzdienst.

00:07:59: Er konfrontiert die Familie und Wendy Scott gesteht.

00:08:04: Ihr Mann Sean, der von nichts gewusst hat, steht im Zimmer.

00:08:08: Die Kinderschutzzienste ermittlerin Shelly Mopin erinnert sich später an seinen ersten Satz.

00:08:13: Er fragte sie wie konntest du diesem schönen Kind weh tun?

00:08:17: Am sechzehnten November zwei tausendundsieben wird Wendy Scott angeklagt.

00:08:20: Fünfzehn Anklagepunkte, Kindesmisshandlung ersten und zweiten Grades.

00:08:25: Körperverletzung, fahrlässige Gefährdung – sie stellt sich selbst.

00:08:29: Was mit Christina passiert nachdem ihre Mutter abgeführt wird beschreibt Dr.

00:08:33: Deloremy in seine Gerichtsaussage.

00:08:36: Er sagt ... Bin weniger Tage, verhielt sie sich wie ein völlig normales Kind.

00:08:56: Ein Kind.

00:08:57: Vier Jahre alt.

00:08:58: Zweiundsiebzig Eingriffe und es brauchte nur ein paar Tage um ihre Mutter zu rennen.

00:09:05: Am dreizehnten März, bekennt sich Wendy Scott von dem Frederick County Circuit Court eines Anklagepunktes der mit Kindesmishandlung ersten Grades schuldig.

00:09:14: Viertzehn weitere Anklagepunkten werden fallen gelassen.

00:09:18: Am achtem Mai, zwei tausendundacht verurteilt Richard G. Edward, Twyre

00:09:22: Jr.,

00:09:22: sie zu fünfzehn Jahren bei einer möglichen Höchststrafe von fünfundzwanzig Jahren vor Gericht.

00:09:28: sagt Scott Ich habe eine schlechte Entscheidung getroffen Eine die ich bis ins Grab tragen werde... ...eine schlechte Entscheidungen!

00:09:37: Richard Twyer macht in seiner Begründung eine Feststellung, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

00:09:42: Er sagt dass die über den gesamten Zeitraum entnommene Blutmenge das gesamte Blutvolumen des Kindes überstieg.

00:09:49: Das gesamte Blutvolumen eines vierjährigen Kindes.

00:09:53: Ich möchte, bevor wir in die Chemie gehen noch kurz auf etwas hinweisen In diesem Fall gibt es kein ungeklärtes Motiv wie zum Beispiel bei Klaus-O.

00:10:01: Es gibt auch kein institutionelles Schweigen wie bei Nils Högel.

00:10:05: Es gibt ein psychologisches Phänomen das in der Psychiatrie dokumentiert ist Dass er einen Namen hat dass wir verstehen können Auch wenn wir es nicht verstehen wollen.

00:10:14: Dazu kommen wir am Ende dieser Folge Aber zuerst Wie immer.

00:10:20: Die Chemie dahinter!

00:10:23: Ich möchte mit einem Gedanken anfangen, der zunächst Paradox klingt.

00:10:27: Magnesium ist lebensnotwendig.

00:10:30: Euer Körper braucht Magnesiom für über dreihundert enzymatische Reaktionen – für die Muskelkontraktion, für die Nervenleitung, für Stabilisierung der DNA und Energiegewinnung in den Mitochondrien.

00:10:42: Magnessum ist buchstäblich überall in eurem Körper – in den Muskeln, in den Knochen, in jeder Zelle.

00:10:48: Ohne Magnesium funktioniert keine einzige Zelle, die sich teilt.

00:10:53: Und Wendy's Scott hatte es als Waffe benutzt?

00:10:56: Ich finde das aus biochemischer Sicht in gewisser Weise noch verstörender als andere Gifte, die wir bisher in dieser Reihe besprochen haben.

00:11:03: Polonium-Cv.

00:11:04: is exotisch – staatlich und zugänglich.

00:11:07: Rezin ist das Produkt eines gefährlichen Pflanzengifts, das erst extrahiert werden muss!

00:11:12: Aber Magnesum bekommt ihr in der Drogerie oder in besserer Form In eurer Apotheke.

00:11:19: Es ist in Mineralwasser, es ist in Vollkornbrot und das achträufigste Element der Erdgruste.

00:11:27: Aber es ist wie bei allen Stoffen – die Dosis macht das Gift!

00:11:31: Das hat vor langer Zeit Paracelsus gesagt und er hat bis heute damit recht.

00:11:37: Aber fangen wir von vorne an.

00:11:38: Magnesium ist ein sogenanntes zweivärtig positiv geladenes Metallion.

00:11:43: Deswegen MG II Plus und ein Erdalkalimetall im Periodensystem.

00:11:48: Im menschlichen Körper liegt es normalerweise im Blutserum bei ungefähr ... Dieser Bereich ist eng und wird von den Nieren präzise reguliert.

00:11:59: Zu viel Magnesium wird ausgeschieden, zu wenig wird rückresorbiert.

00:12:05: Ein gesunder Mensch mit gesundem Nieren entwickelt so gut wie nie eine Hypermagnesie ihr Mie.

00:12:10: Also zu hohe Magnesiomwerte aus natürlichen Gründen.

00:12:13: Und das ist der Schlüssel zur ganzen Geschichte!

00:12:15: Ein normaler Laborwert schlägt beim Arzt keinen Alarm.

00:12:18: Ein erhöhter Labor wert bei einem gesunden Kind, das ist der Moment wo jemand stutzt.

00:12:23: Wo jemand fragt?

00:12:24: Wo kommt denn das her?

00:12:27: Denn bei einem gesundem Kind, bei dem keine der klassischen Ursachen einer Hypermagnese-IRMI vorliegen, keine Näher in Erkrankung, keine unkontrollierte Einnahme von Magnesumpräparaten, keine seltene Stoffwechselstörung – da gibt es nur eine Antwort!

00:12:42: Irgendjemand hat es hineingebracht….

00:12:46: Aber was passiert im Körper, wenn Magnesium in toxischen Mengen vorhanden ist?

00:12:49: Wir brauchen noch Magnesiom.

00:12:51: Magnesiam und Calcium sind biochemische Geschwister.

00:12:55: Beide sind zweivertig – das eines Magnesum-Zweipluses, das andere Calcium-Zweiblus.

00:13:00: Beides sind eben durch Plus positiv geladen bei der entscheidend für neuromuskuläre Funktion.

00:13:06: Und genau deshalb ist Magnesuum in Überdosis so gefährlich!

00:13:09: Es verdrängt nämlich des Calcium.

00:13:11: Stellt euch einfach vor die Muskeln auch der Herzmuskel Die brauchen Calcium, um sich zu kontrahieren.

00:13:17: Calcium strömt in die Zelle ein, löst eine Reaktionskaskade aus und der Muskel zieht sich zusammen.

00:13:23: Das ist die Grundlage jedes Herzschlags – jeder Bewegung, jedes Atemzugs!

00:13:28: Wenn jetzt das Magnesium so hoch ist, blockiert es genau diesen Mechanismus.

00:13:32: Es konkurriert mit Calcium an den Zellmembraten, an den neuromuskulären sogenannten Endplatten Und auch an Unionenkanälen des Herzens.

00:13:41: Die Folgen sind stufenweise und biochemisch vorhersehbar, war leicht erhöhtenwerden.

00:13:47: Das kann schon sein wenn man ein falsches Magnesenpräparat zu sich genommen hat oder ein Fatidosis so hoch ist und das erst mal ausprobieren muss wie viel man verdreckt.

00:13:56: Da kommt es dann zur Übelkeit Erbrechen durch Fall.

00:14:00: Das klingt erstmal harmlos, klingt wie eine normale Magen-Dameerkrankung.

00:14:04: Klingt wie genau das womit Christine immer wieder ins Krankenhaus kam Bei stärker erhöhten Werten.

00:14:11: Da kommt dann Muskelschwäche, nachlassende Reflexe, ein Blutdruckabfall und verlangsamte Herzfrequenz hinzu – das EKG beginnt Veränderung zu zeigen!

00:14:21: Bei hochgradig toxischen Werten.

00:14:23: Atemdepression war die Atemmuskulatur gelähmt wird.

00:14:27: Herzrhythmusstörungen Herzstillstand.

00:14:32: Eine Sache fehlt in dieser Liste Schmerz.

00:14:35: Magnesiumvergiftung tut in den frühen und mittleren Stadien nicht unbedingt weh.

00:14:39: Sie macht schwach, müde, schläfrig, krank.

00:14:42: Aber nicht dramatisch-schmerzhaft!

00:14:44: Für ein vierjähriges Kind, das ohnehin immer krank ist und immer müde ist, das nicht kämpft sondern einfach liegt... Da ist der Unterschied zwischen einem Kind, dass schreit und einem das still ist.

00:14:56: Und Christina war still.

00:14:58: Und dann sind da noch die Blutentenamen.

00:15:01: Scott entnahm ihrer Tochter mit spritzen Blut.

00:15:04: Acht bis zehn Milliliter pro Entnahme wie sie selbst in ihrer FBI Befragung zugab.

00:15:10: Das klingt nach einer Kleinmenge.

00:15:12: Für den Erwachsenen wäre es das auch, aber Christina war vier Jahre alt.

00:15:16: Ein vierjähriges Kind hat insgesamt etwa ein bis anderthalb Liter Blut im Körper!

00:15:21: Richter Twyer sagte bei der Urteilsverkündung die über Zeit entnommene Blutmenge aber des gesamten Blutvolumen des Kindes überstiegen.

00:15:28: Es muss man sich einfach vorstellen und auch mal sacken lassen – das gesamte Blut-Volumen über den Verlauf der ganzen Tat.

00:15:35: Entnommen von der Mutter des Kinds mit Spritzen in einem Krankenhausbett.

00:15:41: Warum jetzt Magnesium?

00:15:43: Warum nicht irgendwas

00:15:43: anderes?".

00:15:45: Ich habe auch länger überlegt, aber ich glaube es hat mir Zugänglichkeit einfach zu tun.

00:15:50: Magnesum ist in der Medizin ein ganz normales Mittel.

00:15:54: Man bekommt das wie gesagt eigentlich überall!

00:15:57: Es wird aber auch in der medizin-, prä-engen Eklampsie in der Schwangerschaft verwendet bei bestimmten Herzrhythmostörungen und Krämpfen.

00:16:05: Das steht in Krankenhäusern zur Verfügung Und es ist im Körper nachweisbar, aber in einem Bereich.

00:16:12: Wo man normalerweise nicht sucht wenn kein konkreter Verdachter ist.

00:16:16: Im Vergleich zu klassischen Giften hat Magnesium aus der Täter Perspektive noch einen weiteren Aspekt.

00:16:22: Das klingt völlig harmlos.

00:16:23: Wenn eine Mutter sagt sie habe ihrem Kind Magnesum gegeben Klingt das nach einem Nahrungsergänzungsmittel und nicht nach einem Mordversuch.

00:16:31: Die Strategie, wenn man es so nennen will Funktionierte fast drei Jahre lang.

00:16:37: Der Nachweis und was ihn so lange verhindert hat.

00:16:41: Hier ist die Geschichte anders als bei allen bisherigen Fällen dieser Reihe.

00:16:45: Bei Archmalin haben wir gesagt, das Zeitfenster schließt sich zu schnell – bei Schwermetallen?

00:16:50: Die Werkzeuge lagen im Schrank!

00:16:52: Bei Magnesium war das Problem ein anderes.

00:16:54: Niemand fragte die richtige Frage….

00:16:56: Eine erhöhte Magnesiom wäre dem Blut eines Kindes ohne bekannte Vorerkrankungen.

00:17:01: Es sind seltsame

00:17:02: Befund.".

00:17:03: Aber seltsame Befunde werden in der Kinderklinik anders interpretiert, wenn die Mutter anwesend ist.

00:17:07: Wenn sie aufgeregt nachfragt und sagt, das verstehe ich nicht – wir machen doch alles richtig!

00:17:12: Dr.

00:17:13: DeLoremir sagte nicht sofort jemand hat Magnesium initiiert.

00:17:17: Er sagte diese Werte können auf natürlichem Weg nicht entstehen.

00:17:21: Das war der Schritt von Beobachtung zur Schlussfolgerung Der Schritt den es brauchte In forensischer Hinsicht des Magnesiums vergleichsweise einfach nachweisbar Also Standardblutest, der Magnesium ist.

00:17:35: Ist es kein spezielles Gerät?

00:17:37: Keine LCMS und keine forensische Speziade?

00:17:39: aller nötig?

00:17:40: Nötig!

00:17:41: Der Befund war theoretisch gesehen die ganze Zeit da.

00:17:45: Aber der Befund allein genügt nicht.

00:17:46: jemandem muss entscheiden was dieser Befund bedeutet.

00:17:49: Und hier liegt der eigentliche Kern dieser Frage.

00:17:51: Der Nachweis war nicht das Problem.

00:17:53: Der Rahmen war das Problem, der Rahmen aus Fürsorge und Hingabe, der die Frage verhinderte, die hätte gestellt werden müssen Fünfzig Ärzte, zweiundsebzig Eingriffe.

00:18:02: Und keine einzige dieser Behandlung hat dem Kind genützt!

00:18:05: Weil alle davon ... von einer falschen Annahme ausgingen.

00:18:12: Therapiemöglichkeiten und das Ende der Geschichte.

00:18:15: Was hätte Christina gerettet?

00:18:17: Anders als bei manch anderen Fällen in dieser Reihe sehr viel- und sehr schnell.

00:18:22: Bei einer Hypermagnese Yami gibt es ein direktes Gegenmittel Nämlich das Kalzium.

00:18:27: In Dravenös verabreichtes Kalzumklokonat wirkt als direkter Antagonist.

00:18:32: Er verdrängt das Magnesium an den Rezeptoren, hebt die neuromuskuläre Plokade auf und stabilisiert das Herz.

00:18:38: Bei lebensbedrohlichen Fällen kommt Hemodialyse dazu, die das überschüssige Magnesum aus dem Blut filtert.

00:18:45: Die Therapie ist bekannt – sie ist einfach und funktioniert.

00:18:48: Aber Therapie war bei Christina nie das Problem.

00:18:51: Das Problem war die Diagnose und die Diagnose waren nie Vergiftung weil die Möglichkeit einer Vergiftungen durch eigene Mutter niemand in Betracht zog was Christina rettete.

00:19:00: Es war nicht die Medizin, es war die Entfernung von der Täterin.

00:19:04: Alle Probleme verschwanden – das Kind rannte und das Kind lachte.

00:19:10: Das sagt alles über diesen Fall!

00:19:11: Die Medizin war da, das Wissen war da... ...das Antidot war sogar da.

00:19:16: Christina brauchte keines davon.

00:19:17: Sie brauchten nur, dass jemand die richtigen Fragen stellte.

00:19:23: Das Phänomen Münchhausen bei Proxy.

00:19:27: Es ist nun Zeit, über den Begriff zu sprechen, denn diesem Fall im Raum steht Mönchhausen bei Proxy oder in der modernen psychiatrischen Nomenklatur Factitious Disorder Imposed on Another, FDIA.

00:19:41: Auf Deutsch manchmal auch Münchhausens Stellvertreter-Syndrom.

00:19:45: Der Begriff geht auf den britischen Pediator Roy Meadow zurück – der in die Fachzeitschrift The Lancet zwei Fälle beschrieb darunter denen einer Mutter, die ihren Kind systematisch Salz verabreichte und dessen Urinproben manipulierte.

00:19:59: Medau nannte das Muster nach dem Freiherrn von Münchhausen, dem Erfinder fantastischer Geschichten.

00:20:05: Bei Proxy durch einen Stellvertreter – die Person, die leidet ist nicht der Täter!

00:20:10: Der Täter ist der

00:20:11: Fürsorger.".

00:20:12: Ich möchte dabei kurz innehalten, denn die meisten Menschen denken bei diesem Begriff an etwas, dass sie sich nicht vorstellen können….

00:20:18: Wie kann eine Mutter ein Kind absichtlich krank machen?

00:20:22: Ich werde hier keine psychologische Diagnose von Wendy Scott anbieten.

00:20:25: Das ist auch nicht meine Aufgabe aber ich möchte erklären... was wir über dieses Muster wissen.

00:20:32: Das Motiv, was die Täterin antreibt?

00:20:35: Bei Wendy Scott haben wir eine Vorgeschichte, die das Muster sehr deutlich zeigt.

00:20:39: Sie täuscht zuerst ihrer eigene Krebserkrankung vor ungefähr ein Jahr lang.

00:20:43: Sie rasierte sich den Kopf, zupfte sie die Wimpern aus und saß im Rollstuhl.

00:20:47: Was sie bekam war Aufmerksamkeit, Zuwendung für Sorge.

00:20:50: Ihre Umgebung kümmerte es sich um sie.

00:20:52: Das ist das Musta bei Münchhausen.

00:20:55: Also beim Münchhausensyndrom im engsten Sinne wenn jemand sich selbst krank spielt oder macht, um Führsorge zu erhalten.

00:21:01: Dann bekam Wendy Scott eine Tochter und die Dynamik verlagerte sie.

00:21:06: Die psychiatrische Forschung beschreibt FDA-Täter häufig als Menschen mit einem extremen Hunger nach Aufmerksamkeit und sozialer Anerkennung.

00:21:14: Das kranke Kind bringt das Pflegepersonal – die Familie, den Ehemann, die Kirche zum Mittelpunkt ihrer Sorge.

00:21:20: Die Mutter ist das Zentrum dieser Fürsorge nicht indem sie selbst die Kranke ist sondern sie agiert als unermüdliche Kämpferin für ihr krankes Kind.

00:21:31: Jeder sagt, was für eine hingebungsvolle Mutter!

00:21:34: Und dieser Satz ist ein Schutzschild ... Das medizinische System als Bühne.

00:21:42: Ohne ein Krankenhaus hätte Wendy's Gott nicht so lange weitermachen können.

00:21:45: Das klingt erst mal hart aber es ist wahr.

00:21:48: das Krankenhaus war nicht nur der Ort der Tat.

00:21:51: Es waren die Bühnen auf denen die Inszenierung stattfand Die Ärzte, die Schwestern Die Knochenmarkspunktion, die Bluttransfusion.

00:21:59: Alles davon gab der Geschichte Wendy Scots Realität.

00:22:02: Ohne das Krankenhaus ohne die medizinischen Eingriffe hätte es keine Geschichte gegeben und das medizinische System hat ohne es zu wissen und dabei mitgespielt.

00:22:12: Das soll keine Kritik an einzelnen Ärzten sein.

00:22:14: Fünfzig Ärzte haben sich wirklich Mühe gegeben aber die Struktur medizinischer Diagnostik ist darauf ausgelegt Krankheiten zu finden und nicht Täter.

00:22:22: Wenn eine Mutter ein Kind bringt, ist der erste Gedanke was es mit dem Kind?

00:22:27: Der Gedankel kommt nicht ... Was die Mutter?

00:22:30: Was tut die

00:22:30: Mutter?".

00:22:31: Dazu kommt die militärische Umgebung.

00:22:33: Fort Detrick ist ein Ort an dem Menschen diszipliniert, loyal, regelkonform sind.

00:22:38: Eine Major-Ehefrau, die ihr Kind immer wieder ins Militärkrankenhaus bringt steht nicht unter dem Verdacht das Kind zu verkiften.

00:22:45: sie steht unter dem Nimbus einer engagierten Mutter.

00:22:48: Die Struktur hat Wendy Scott geschützt Nicht durch Absicht, durch das Fehlen einer Frage.

00:22:56: Der kulturelle Blindspot.

00:22:59: Es gibt einen tieferen Grund warum diese Fälle so lang unentdeckt bleiben.

00:23:03: Einen der über das Krankenhaus und über das Militär hinausgeht.

00:23:07: Mütter werden nicht verdächtigt!

00:23:09: Das klingt wie eine Vereinfachung aber die Forschung ist eindeutig wenn ein Kind mit einem Vater ins Krankenhaus kommt, der es immer wieder bringt um bei dem die Symptome seltsam sind Rücken Kinder-Schutsteams schneller aus, als wenn es seine Mutter ist.

00:23:22: Die gesellschaftliche Gleichung lautet – Mutter gleich Fürsorge und Fürsorge gleich kein Schaden!

00:23:29: Wendy Scott hat das nicht strategisch irgendwie kalkuliert.

00:23:32: Sie hat davon profitiert möglicherweise ohne es einmal explizit komplett durchgedacht zu haben.

00:23:38: Der Schutz war einfach da und das Ergebnis ist dass zweiundsebzig Eingriffe an einem Kind durchgeführt wurden weil niemand die Mutter als Variable in die Gleichung eingesetzt hatte.

00:23:48: die ich nicht los werde.

00:23:50: Wenn es Dr.

00:23:51: DeLoremeer nicht getan hätte, wenn er nicht diesen einen Schritt weitergedacht hätte ... Wo wäre Christina heute?

00:23:58: Das ist eine Frage auf die ich keine Antwort hab.

00:24:00: Aber ich muss sie stellen!

00:24:02: Weil Wendy Scott's Fall kein Einzelfall ist.

00:24:05: Weil Münchhausen bei Proxy oder FDIA in der Fachliteratur, wenn auch selten vorkommt.

00:24:11: Weil die Dunkelziffer hoch ist.

00:24:13: Gerade weil die Täter so gut getan

00:24:15: sind.".

00:24:16: Die Frage, die dieser Fall hinterlässt ist keine Überschämie oder Forensik.

00:24:20: Das ist ein Übervertrauen.

00:24:22: Darüber wählen wir für selbstverständlich unschuldig halten und was das kostet.

00:24:28: Offene Fragen Was bleibt offen?

00:24:31: Das Urteil ist klar!

00:24:33: Das Schuldbekenntnis ist klar.

00:24:46: Richter Twyer sagte, das Urteil sei angemessen.

00:24:49: Bei fünfzehn Jahren ab dem Jahr eight Läge ein nominelles Ende um den Jahr zwanzig mit der Möglichkeit früherer Entlassung durch gutes Verhalten.

00:24:58: Ob sie entlassen wurde oder ob sie noch in der Maryland Correctional Institution for Women in Jessup sitzt ist aus öffentlich zugänglichen Quellen zum Zeitpunkt dieser Folge nicht eindeutig zu sagen.

00:25:08: Ich weiß euch darauf hin weil ich Transparenz über die Grenzen meiner Recherche für wichtige Halte als eine runde Geschichte.

00:25:14: Was ich weiß, Christina lebt bei ihren Großeltern in Georgia.

00:25:18: Über ihr weiteres Leben ist nichts Öffentliches bekannt und das ist auch gut so.

00:25:25: Was bleibt jetzt von diesem Fall?

00:25:27: Wendy Scott ist nicht das Böse in Reinform.

00:25:29: Sie ist eine Frau mit einer ernsthaften psychischen Erkrankung die ein Kind fast getötet hat.

00:25:34: Diese zwei Dinge schließen sich nicht aus!

00:25:37: Ich sage das nicht als Entschuldigung – ich sag es weil ich glaube dass die Frage nach dem Warum wichtig Nicht nur für die rechtliche Schuld, die sie auf sich genommen hat.

00:25:47: Sondern für das Verständnis wie sowas überhaupt möglich sein kann und für die Frage Wie viele Fälle sehen wir denn auch nicht?

00:25:54: Christina hat überlebt vollständig soweit wir wissen.

00:25:57: Sie war wenige Tage nachdem ihre Mutter weg war wieder ein normales Kind.

00:26:01: dieses Bild Das Kind das rennt lacht in das Spielzimmer stürmt ist das einzig in dieser Folge dass ich wirklich gut anfühlt.

00:26:08: Es war kein Gift, das zu kompliziert für ein Antidrot war.

00:26:11: Es war keine Substanz, die im Körper unsichtbar wird!

00:26:14: Es war ein Mineral, dass im Standard Blutbild steht.

00:26:18: Der Schutz für Christina war nicht eine bessere Diagnostik – es war ein Arzt der eine unbequeme Frage stellen durfte und mich die Frage was wenn die Mutter das Problem ist?

00:26:29: Ich habe schon gesagt diese Folge ist Teil einer Dreiverfolge drei Fälle, drei Substanzen, einen Muster... Was uns verbindet ist nicht das Gift, sondern der Rahmen Die Fürsorge als Tarnung und die Nähe als Waffe.

00:26:42: Nächste Woche bleibt dieses Muster, aber die Substanz ändert sich fundamental.

00:26:46: Wo Magnesium eine Ion ist ein einzelnes Element im Periodensystem.

00:26:50: das nächste Tatmittel ein komplexes Proteinhormon eines dass jeder Diabetiker kennt Eines das Leben rettet wenn es richtig eingesetzt wird Und eines das einen biochemischen Fingerabdruck hinterlässt den man mit dem richtigen Wissen nicht übersehen kann Ein Fingerabdrück der zum Beweis wurde Insulin.

00:27:11: Vielen Dank, dass du bis zum Schluss zugehört hast!

00:27:13: Für weitere Informationen besuch auch meine Instagram-Seite oder TikTok-Seide beides unter tödliche Verbindung.

00:27:20: Bis nächste Woche – das war Tödliche Verbindung.

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